Auszug aus der Prüfungsordnung:
Zu Anmerkung 1:
Wir empfehlen ausdrücklich das Werkstück erst nach 20 Tagen weiter zu verarbeiten oder maximal zu belasten. Nach unseren Erkenntnissen werden beste Werkstücke erzielt, wenn die Verleimung vollständig und restlos ausgehärtet ist.
Eingesetzt wird BINDAN - XT
1 Im Außenbereich mit hohen klimatischen Einflüssen
Fenster; Fensterkanteln
Außentürrahmen mit Lasur oder dunklem Anstrich
Leitern
Der Witterung ausgesetzten Gartenmöbel (mit Zugabe + 30% Härter = XT 7)
Verwendung im Außenbereich immer mit an gemessenem Oberflächenschutz.
Dieser Oberflächenschutz muss verhindern, dass bei Starkregen das Holz durchnässt wird. Bei
Trockenheit muss der Oberflächenschutz so offenporig sein, damit das Holz seine Feuchtigkeit an die
Atmosphäre abgeben kann.
2 Innenbe reich mit extremen Klimaschwankungen
Saunen (mit Zugabe + 30% Härter = XT 7)
Duschkabinen
Kühlmöbel
Schankanlagen
Sehr gute Haftung auf Zement gebundenen Spa nplatten und Kalk -/Gipsplatten.
Verklebungen mit diversen Metallen und Holz haben hervorragende Ergebnisse erzielt.
Verarbeitungshinweise
Vorbereitung:
Das Holz muss sauber, fettfrei (harzfrei) und trocken sein, ggf. entfetten.
| Holz: |
Verzugsfreies Holz verwenden, die Teile sollten passgenau sein. |
| Holzfeuchtigkeit : |
4 - 8%. |
| Anschleifen: |
150er Schleifpapier (Oberflächen dürfen nicht zu glatt sein) |
| Verarbeitungstemp .: |
min. +13°C, besser + 20°C (Leim & Holz gleiche Temperatur) |
| Relative Luftfeuchtigkeit: |
günstig: 55% |
| Holzfeuchte: |
max. 15%, günstig 8 - 12% |
Leimauftrag/Auftragsmenge
| Leimauftrag: |
vollflächig & deckend, beidseitiger Auftrag erforderlich |
| Auftragsmenge: |
Weichholz: 130 -150 g/m² • Hartholz: 110 -130 g/m² pro Seite.Es soll an der Fuge leichter Leimaustritt zu sehen sein.
|
| Verbrauch: |
vollflächige Verleimung: ca. 220 -300 g/m ² |
| Zapfenpassung: |
bei - 0,1, keine fugenfüllende Eigenschaft |
| Es gilt der Grundsatz: |
Bei Weichholz dicker, bei Hartholz dünner Leimauftrag . Der Leimauftrag muss jedoch vollflächig und deckend sein. |
Grundsätzlich ist ein zweiseitiger Leimauftrag notwendig, bei Hartholzv erleimungen
(z.B. Eiche, Buche, Esche und vielen Exoten) ist dies obligatorisch.
Offene Zeit:
Offene Zeit (ohne Härter) bei ca. 20 °C : ca. 8 - 10 Min.
Bei Harthölzern (Eiche, Buche, Esche und vielen Exoten) ist es zweckmäßig, nach dem Leimauft rag
eine Wartezeit von min. 3 Minuten einzuhalten, damit der Leim genügend Zeit hat, in das Holz
einzudringen.
| Überschüssiger Leim: |
Sofort mit einem feuchten Tuch abwischen |
Pressen
| Ruhezeit vor Pressen: |
max. 20 Minuten (Pressen solange Leim klebrig ist) |
| Presszeit: |
ab 35 Minuten bis 1 Stunde bei 20°C |
Wir empfehlen die Einhaltung folgender Mindestpresszeiten:
Massivholzverleimung:
bei 20 °C ab 35 Min.; bei 50 – 60 °C ab 15 Min.
Fugenverleimung:
bei 20 °C ab 35 Min.; bei 50 – 60 °C ab 15 Min.
Kunststoffplatten, auch Span - und Tischlerplatten:
bei 20 °C ab 35 Min.; bei 50 – 60 °C ab 15 Min.
| Presstemperatur: |
min. +13°C, max. +70°C, besser + 50°C keinesfalls über 100°C pressen
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| Pressdruck: |
Weichholz: 5 - 10 kg/cm² (ca. 0,5 - 1,0 N/mm²) Hartholz: 8 - 12 kg/cm² (ca. 0,8 - 1,2 N/mm²
|
Der Pressdruck richtet sich vor allem nach der Dichte des Holzes , Oberflächenbeschaffenheit und der Dickentoleranz des Holzes. Sind die Hölzer nicht spannungsfrei, bei hoher Holzfeuchte oder geringer Saugfähigkeit der Werkstücke wird empfohlen, die Presszeiten mindestens zu verdoppeln.
Die Press - und Abbindezeit ist abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Holzfeuchtigkeit und Stärke des Leimauftrages. Die Zugabe von Wärme verkürzt die Abbindezeit, Kälte verlängert den Abbindevorgang. Luftzug kann die offene Zeit schlagartig herabsetzen.
Es soll an der Leimf uge beim Pressen leichter Leimaustritt zu sehen sein. Leimaustritt auf der gesamten Fugenlänge ist ein Hinweis dafür, dass der Druck ausreichend und gleichmäßig ist.
Härterzugabe :
Um die Beanspruchungsgruppen XT 6 und XT 7 zu erreichen ist für XT 6 +15% und für XT 7 +30% Härter für BINDAN - XT zuzugeben, INTENSIV (sehr gr ündlich) einrühren und sofort verarbeiten.Das Harz und der Härter lassen sich schwer miteinander verrühren, es muss eine homogene Emulsion entstehen. Nach Möglichkeit mit einem Mixer auf mittlerer Drehzahl mindestens 2 Minuten Rühren.
Für das Gemisch geben wir keine Topfzeit an, da diese von der Härterzugabe und der Luftfeuchtigkeit abhängt. Bei sehr hoher Luftfeuchtig keit geht die Topfzeit gegen Null!
Verleimung exotisch er Hölzer:
Exoten weisen oft eine sehr hohe Holzfeuchte, sowie hohen Fett - und Harzgehalt auf. Wir empfehlen, die Verleimung nicht sofort nach dem Hobeln oder Schlitzen durchzuführen, sondern mind. 24 - 48 Stunden zuzuwarten, damit im Bereich der Leimfuge eine niedrigere Holzfeuchte erreicht wird. Bei hohem Harzgehalt (z.B. auch bei Lärche) wird eine höhere Endfestigkeit dann erzielt, wenn die zu verleimenden Teile vorher mit einem mit Aceton getränkten Lappen intensiv abgerieben werden. (Keine Verdünner hierfür verwenden!)
Weiterbehandlung:
Eine Weiterbehandlung (Naturgrundierung, Holzimprägnierung, Lackierung usw.) oder a ggressive ehandlungen wie z.B. Druckimprägnierung, Bleichen soll erst nach vollständiger Aushärtung der Leimfuge, frühestens nach 20 Tagen erfolgen .
Allgemeines:
Bei der Verarbeitung ist insbesondere darauf zu achten, dass alle an der Verleimung beteiligten Faktoren:
Werkzeuge (Maschinen, Zwingen, Haltevorrichtungen u.ä.)
Material
Leim
Raumluft
immer die gleiche Temperatur haben, sonst findet ein laufender Temperaturausgleich statt, der die Filmbildung verlangsamt, bei großen Unterschieden in den einzelnen Temperaturbereichen ist die Filmbildung gänzlich verhindert. Günstig ist ein Temperaturbereich von + 15 bis + 20 °C, un d zwar für jeweils alle Faktoren.
Holz, das aus einem kalten Lagerschuppen oder vom Freilager entnommen wird, muss temperiert werden. Unabhängig von der Anfangstemperatur sollte kaltes Holz bis zu zwei Wochen in geheizten Räumen gelagert werden. In der Ti efe benötigt 1 cm Holz einen Tag um sich um 1 °C zu erwärmen. Die unzureichende Temperierung ist die Hauptursache bei Fehlverleimungen während der kalten Jahreszeit.
BINDAN - XT daher besser auf der Werkbank, nicht auf dem kalten Fußboden lagern.
BINDAN - XT vor Frost schützen. Bei Frostbefall nicht mehr verwenden
Wichtig ist auch, dass jeglicher Luftzug vermieden wird; denn dadurch kann die offene Zeit schlagartig herabgesetzt werden.
Lagerstabilität BINDAN - XT (ohne Härter) :
8 Monate bei Lagerung z wischen 10 °C – 15°C
6 Monate bei Lagerung zwischen 15 °C – 20°C
3 Monate bei Lagerung zwischen 20 °C – 25°C
2 Monate bei Lagerung zwischen 25 °C – 30°C
BINDAN - XT darf keinesfalls mit unedlem Metall in Berührung kommen – z.B. Aufbewahrung in unlackierten Blechgebinden .
Lagerstabilität Härter für BINDAN - XT:
Vor Feuchtigkeit schützen, der Härter reagiert mit Feuchtigkeit und verliert dadurch seine Effizienz und es entsteht CO 2² Gas. ACHTUNG durch Feuchtigkeit und die dadurch entstehende Gasbildung kann ein Lagerbehälter platzen.
18 Monate bei Lager temperatur 10°C
14 Monate bei Lager temperatur 15°C
12 Monate bei Lagertemperatur 17°C
10 Monate bei Lager temperatur 20°C
8 Monate bei Lager temperatur 25°C
6 Monate bei Lager temperatur 30°C
Härter für BINDAN - XT darf nicht unter +10°C und sollte nicht über +25°C gelagert werden.
Bei Frostbefall nicht mehr verwenden.
Härter für BINDAN - XT darf keinesfalls mit unedlem Metall in Berührung kommen – z.B. Aufbewahrung in unlackierten Blechgebinden . Nach je der Entnahme muss das Gebinde gut, d.h. möglichst luftdicht verschlossen werden.
PRAKTISCHE HINWEISE
- Lagerung nicht unter 0 °C und längere Zeit nicht über 30 °C.
Beste Lagerungstemperatur bei + 20 °C.
- Leimreste in Leimflaschen und Leimbehält ern trocknen relativ schnell ein, daher
bei langen Standzeiten z. B. übers Wochenende – Leimflaschen vollständig auffüllen.
- Bei Kontakt mit Sauerstoff und Wasser fängt der Leim an sich zu verfestigen.
Es ist daher günstig, die Schläuche von vollaut omatischen Maschinen und die Düsen
bei längeren Standzeiten z. B. übers Wochenende sauber zu machen. Keinen Leim
in Schläuchen lassen.
- Auch in kleineren Gebinden wie Flaschen verfestigt sich der Leim schnelle r als
in Eimer oder Kanistern.